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Jesiden

Ursprünge:

Die Ursprünge des Jesidentums sind verschwommen - lokal liegen sie jedoch in der kurdischen Bevölkerung (früher Nord-Irak, Nord-Syrien, Südost-Türkei). Sie selbst betrachten ihre Religion als eine der ältesten. Wissenschaft und auch deren eigene Religionsforschung nehmen eine Mischung aus mehreren sehr alten Religionen an wie Mithraismus, Zorastrismus - sowie neueren Religionen wie Judentum, Christentum, Islam und Sufismus bzw. deren Einflüssen, da die Jesiden wie die Juden schon früh verfolgt und in die Diaspora getrieben wurden.

Einen nachweislichen Anfang hat die Religion durch den Reformator / Gründer Sufi Sheik Adi ben Musafiz (*ca. 1075 – †1160), der mit der Gründung des Adawiya-Ordens eine Entwicklungsgeschichte konstruierte. Dafür wurde er vom Islam verfolgt. Sein Grabmal in Lalish stellt für die Jesidische Gemeinschaft das zentrale Heiligtumdar.

   
  Heilige Schriften
Eine schriftliche 'Bibel' gibt es nicht. Sämtliche Gesetze und Mythologien sind verbal tradiert.
   
  Zugehörigkeit / Konvertierung
Zum Jesidentum kann man nicht konvertieren!
Jeside wird man einzig durch Geburt aus jesidischer Abstammung: jesidischer Vater + jesidische Mutter! Somit existiert logischerweise auch kein Missionsauftrag!
Andererseits tragen Jesiden durch standesrechtliche Heirat gleichermaßen zum Erhalt der Jesidischen Gemeinschaft bei.
   
  Pantheon:
Gott schuf 7 Engel. Der Pfau (Melek Taus) wollte einst die Herrschaft übernehmen und wurde daraufhin 40.000 Jahre in die Hölle verbannt. Als seine Tränen der Buße die höllischen Feuer ausgelöscht hatten, wurde er von Gott begnadigt und als Mittler zwischen den übrigen 6 Engeln - aber auch als direkter Vermittler für die Menschen - erhoben.

„Wir glauben, dass er ein stolzer Engel ist, der rebellierte und deswegen von Gott in die Hölle verbannt wurde. Er blieb dort 40.000 Jahre, bis seine Tränen das Feuer der Unterwelt auslöschten. Jetzt hat er sich mit Gott versöhnt.“

– Halil Savucu, Vorsitzender der „Plattform[18] Ezidischer Celler“[19]

Aus anderer Sicht steht das Auge des Pfauen symbolisch für eine stets friedliche Auseinandersetzung mit dem Leben insgesamt: Der Pfau schlägt sein Rad mit der Vielzahl von Pfauenaugen und verwirrt so seine Feinde, ohne Gewalt anzuwenden! Entsprechend reduziert sich das Pfauenrad zu einem Auge als Sinnbild der Verbindung der Jesiden.
   
  Zentrale Botschaften und Leitlinien
Es gibt nur einen Gott und dieser hat den Menschen die Kräfte Sehen, Hören, Denken, Verstand verliehen. Mit diesen Werkezugen ist der Mensch für eine Taten und sein Wirken also selbst verantwortlich! Eine automatische 'Freisprechung von allen Sünden' wie im Christentum gibt es also nicht. Genau diesen Anspruch der Eigenverantwortlichekeit stellt übrigens auch der Zarathustrismus!

   
  Heilige Personen und Orte
Der wichtigste heilige Ort der Jesiden ist die Grabstätte des Scheich Adi Lalisch (abgeschiedenes Tal im Norden Iraks).
   
  Geschichte
Im Zuge der Ausbreitung des Islams konvertierten die Kurden mehrheitlich zum Islam, wodurch sich die Jesiden zur Randgruppe entwickelten.

Verbreitung
Da man Jeside nicht durch Konvretierung WERDEN kann, sind Jesiden meistens kurdischen Ursprungs (im Norden des Irak an, im nördlichen Syrien und im Südosten der Türkei) mit der nordkurdischen Muttersprache Kurmandschi (Kurmanji) .
Durch mannigfache Vertreibungen (Jesidische Diaspora) sind die Jesiden weit verstreut. Weltweit gibt es laut AI ca. 800.000 Jesiden geschätzt. In Deutschland leben 60.000 Jesiden, andere Quellen sprechen sogar von 100.000 - eine zentrale Großgemeinschaft lebt in Bielefeld.
  Jesiden aus der Sicht anderer Religionen:
Für Muslime sind Jesiden wegen des Pfauenmythos Teufelsanbeter. (Siehe dazu aber weitere Erläuterung oben)

Info Tipps in WEB

Zentralrat der Jesiden
in Deutschland
Weitere Links
http://remid.de/info_yeziden/

http://de.wikipedia.org/wiki/Jesiden
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